Soziale Brötchenwirtschaft

Gestern kam im Fernsehen eine Sendung über einen Bäcker, der Sozial- und Besserverdienerbrötchen verkauft hat. Manche haben die Brötchen billiger bekommen, weil sie bereitwillig ihre finanzielle Situation erklärt (und belegt) haben und einen bürokratischen Antrag auf billige Brötchen gestellt haben und manche haben freiweillig etwas mehr gezahlt. So funktioniert das.

Der Bäcker hat am Ende vom Tag nur einen Verlust von 2,80 Euro. Die Macher der Sendung hatten wohl mehr Verlust erwartet und waren positiv ueberrascht, aber trotzdem ist ein Verlust ein Verlust.

Belegt leider sehr schön, dass soziale [XXX]-wirtschaft ein Verlustgeschäft ist solange nicht mindestens so viele Mehrzahler da sind wie Sozialbrötchenempfänger.

Ein Abzocker könnte diesen Bäcker auf Dauer von dem System abbringen. Der Bäcker müsste anfangen Regeln zu erfinden um der Abzocke Einhalt zu gebieten. Der Bürokratie Anteil würde das Geld von zwei bis drei Mehrbezahlern auffressen und der Verlust ist grösser als mit dem einen Abzocker …. aber ein Verlust bleibt es. Also bittet man die Mehrbezahler mehr zur Kasse. Da beschliesst dann bestimmt einer auf die Abzocker Seite zu wechseln. Der Verlust wird grösser ….

Irgendwann hört der Bäcker auf “sozial” Geschäfte zu machen und verlangt wieder von allen denselben Preis. Die Mehrbezahler freuen sich. Die anderen können halt nicht mehr so viele Brötchen kaufen. Wenn es dumm läuft müssen sie sogar hungern. Das nennt sich dann Armut.

Die Kunden, die später befragt wurden, waren von der Idee alle ganz angetan. Die beiden grinsenden Studenten, die die Brötchen billiger bekommen haben, der Rentner, der gerade erst seit kurzem in Rente war und alle die weniger bezahlt hatten sowieso. Aber auch die Mehrbezahler fanden es eine gute Idee, auf diese Weise einen Ausgleich zu schaffen. So genau habe ich die Sendung dann weiter nicht verfolgt, ob es tatsächlich bereits bei diesem kleinen Versuch schon Abzocker gab. Aber ich behaupte einfach mal, dass bestimmt manch einer der Sozialbrötchenempfänger sich die normalen Preise hätte leisten können, aber lieber einen Antrag ausfüllt um ein bisschen was zu sparen. Und vielleicht haben manche der “Sozialfälle” auch gleich noch ein bisschen mehr gekauft, weil sie ja dieses Mal was sparen konnten … ?

4 Replies to “Soziale Brötchenwirtschaft”

  1. Zum Thema “Brötchen für Besserverdienende” gabs auch neulich einen Artikel im SZ-Magazin (Freitagsbeilage zur SZ), auch eben mit der Frage, ob variable aeinkommensabhängige Preise für Brötchen und Milch nicht gerechter wären. Darin wurde argumentiert, dass Besserverdienende ohnehin mehr Steuern zahlen. Müssen sie auch mehr Arbeitslosen-, Kranken-, Pflegeversicherung zahlen, dann sind das zusätzliche Steuern. Vor allem, weil man bei Arbeitslosigkeit nur bei geringem Vermögen noch Recht auf Arbeitslosengeld hat, ist das auch keine Versicherung mehr. Und deshalb wäre die Kopfpauschale eigentlich fairer. (Der Autor hat aber keine endgültige Meinung abgegeben, sondern verschiedene Argumente moralisch beleuchtet.)

  2. Ah danke fuer diese Information. Es ging mir natuerlich nicht um die Broetchen (auch wenn offensichtlich einige der Kunden in dem Beitrag das dachten) ….

  3. Falls Du den Artikel haben willst, musst Du meinen Bruder in der M30-32 fragen. Hab ihm das Magazin letztes Wochenende dagelassen.
    😉

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