Meine Erfahrungen mit Arlt

Yet another chapter …. und wie es scheint bin ich nicht alleine.

Wie ich bereits erwaehnte, war mein Motherboard kaputt. Kondensatoren ausgelaufen. Das konnte man sehen. Ich rief bei http://www.arlt.com an und fragte nach, wie ich das jetzt machen solle, mein Rechner wuerde nicht mehr anspringen.

Auf Aufforderung des Mitarbeiters mit dem ich gesprochen hatte, brachte ich meinen kompletten Rechner zum Arlt. Es hiess, sie wollten dann auf jeden Fall auch die übrige Hardware überprüfen ob die beim Durchbrennen vom Motherboard Schaden genommen hatte. Also Speicher, Prozessor und vielleicht noch Grafikkarte. Das hätten wir auch zu Hause machen können, aber ich dachte mir: du hast den Rechner da gekauft, ein bisschen Service sollten die ja schon bieten und die haben bestimmt mehr Möglichkeiten, kennen sich besser aus und das geht viel schneller.

Wir brachten den Rechner hin, der unhöfliche Verkäufer schaute sich nicht mal das Board an und wollte mir auch nicht glauben, dass es sicher hinüber sei. Ich fühlte mich mal wieder so als “dummes Weibsbild, dass sowieso keine Ahnung hat” behandelt. Nirgends wo merke ich so etwas so stark wie beim Hardwarekaufen. Ich frage die Verkäufer schon nichts mehr, da ich sowieso verarscht werde. Er nahm mir den Rechner ab, dann erklärte er mir, dass sie 5 Tage bräuchten, um den Rechner durchzucheckern. Auch auf mein Drängeln, dass ich den Rechner zum Arbeiten bräuchte, war keine Beschleunigung herauszuholen. Nun gut. Ich wurde krank.

Dienstags waren wir im Arlt. Am Montag darauf rief ich dort an um nachzufragen, wie es meinem Rechner ergangen war (den ich ja inklusive Festplatte abgegeben hatte und gestern habe ich mir sagen lassen, dass die durchaus das Recht haben beim Testen von Hardware die Platte überzubügeln. Ich hätte den Laden gesprengt glaub ich …).

Der Mann mit dem ich sprach, verkündete mir, dass “der Techniker gerade dran sei”. Hätte ich 4 Tage vorher angerufen wäre “der Techniker sicher auch gerade drangewesen”. Ich wartete also auf einen Rückruf. Den nahm Rolland in meiner Abwesenheit an, da ich kurz unterwegs war. Man erklaerte ihm, dass das Board in der Tat kaputt sei, sie müssten das einschicken, das könnte 2-8 Wochen dauern. Gewährleistung gelte keine mehr, und selbst wenn obläge mir die Beweispflicht. Rolland muss sich eine Stunde mit dem Typ rumgstritten haben wegen Ersatzboard und ähnlichem, damit ich nicht bis zu 2 Monate ohne den Rechner rumsitzen musste. Aber bei Arlt blieben sie hart, ein Ersatz konnten sie nicht stellen und ich müsse halt warten.

Ich fand mich also damit ab, dass ich mir wohl ein neues Board würde kaufen müssen, das eingeschickte könnte ich ja immer noch verkaufen. Ich rief bei Arlt an ob sie das gewünschte Board von ASRock da hatten. Sie hatten. Der Verkäufer wies mich noch darauf hin, dass das Board einen Onboard Grafikchip hatte, so dass ich mir noch mal das eins günstigere kaufen konnte. Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass er lieber gehabt hätte, wenn ich gewartet hätte und 2 Monate auf meinen Rechner verzichtet hätte.

Ich fragte also ob sie mir das neue Board einbauen könnten. Ich bekam zu hören, dass das aber wieder ein paar Tage dauern würde. Also bat ich ihn, die Einzelteile zu verpacken, so dass ich den Rechner gleich abholen könnte. Ich hatte gerade aufgelegt, da viel mir ein, dass ich ja wissen musste, ob der Rest der Hardware noch tat. Ich rief nochmal an und fragte, ob sie denn den Prozessor, Speicher und die Grafikkarte getestet hätten und was dabei herausgekommen sei. Er ging den Techniker zu fragen (lol immer der Techniker) und der war irgendwie gerade beschäftigt, also würde ich zurückgerufen. Auch hier: das wurde offensichtlich erst auf meine Aufforderung hin erledigt.

Eine Stunde später waren wir mit neuem Board und jede Menge Einzelteilen wieder daheim.

Da ich noch krank war, dauerte es ein bisschen bis ich Zeit und Ruhe fand, den Rechner zusammenzubauen. Am Samstag darauf war es dann soweit. Unter Rollands Anleitung schraubte ich alles wieder zusammen. Weil ich davon ausging, dass Linux mit einmal booten per CD sowieso funktionieren würde, begann ich erst mal mit dem Reparieren des Windows System. Reparieren tat nicht. Ich versuchte drüberzuinstallieren. Tat nicht. Ich versuchte alles mehrfach und gab dann auf, da jeder Versuch mit einem Bluescreen und jedes Mal unterschiedlicher Fehlermeldung abbrach. Eine davon war “PAGE_FAULT_IN_NON_PAGED_AREA” (oder so aehnlich).

Ich versuchte mich also an Linux. Einmal von CD booten. Ein bisschen rumprobiert, alle Partitionen erkannt, Lilo neu installiert. Linux booten. Kernel Panic. Noch mal von CD, Kernel instalieren. Dann mehrere Versuche einen fsck zu machen. Die musste ich jedes Mal von Hand abschliessen. Ich gelangte so immerhin in eine root-shell. Ich versuchte einen neuen Kernel zu compilen … Segmentation Fault. Leider kam ich nicht drauf, dass es nicht an mir lag. Manchmal kam ich bis zum X starten, manchmal sogar bis zum Login. Einmal sogar bis zur Eingabe meiner Passphrase. Aber irgendwie wollte das System nicht.

Gestern dann – nach Rollands letzter Klausur – bat ich ihn, mir bei der Windows Installation zu helfen, da ich offensichtlich zu doof war. Aber auch bei ihm: blue screen, eins, zwei, drei, vier Mal. Dann kam er auf die Idee und nahm einen der beiden Speicherriegel aus dem Rechner. 30 Minuten später lief Windows. Ohne auch nur ein einziges Problem.

Während ich dann schlief daddelte Rolland bis 4 Uhr nachts noch an dem Rechner rum und liess ein Programm namens MemTest laufen. Und siehe da heute morgen: haufenweise Fehler waren auf dem entfernten (und zum Testen wieder eingebauten) Speicherriegel. Wenn wir durch sind mit Testen und genau wissen was los ist, dann hat Arlt einen sehr unglücklichen Kunden mehr. Ich bin mal gespannt wie die Story weitergeht und ob sich Arlt noch ein paar Patzer leistet.

Diesen Artikel habe ich (leicht modifiziert) auch auf dooyoo.de geposted